Die optimale Fahrposition

Im Idealfall sollte Ihnen Ihr Fahrrad passen wie ein Maßanzug. Nur so können sich Ihre Kräfte optimal entfalten, nur so ist perfektes Handling gewährleistet.

 

1) Die optimale Satteleinstellung

Stellen Sie zuerst das rechte Pedal nach unten. Setzen Sie sich gerade auf das Fahrrad. Ferse (ohne Schuhe) auf das Pedal stellen (Bild 1). Die Sattelhöhe ist richtig eingestellt, wenn Ihr Bein in dieser Position gestreckt ist. Beim Fahren wird der Fußballen auf das Pedal gesetzt (Bild 2). Jetzt ist das Bein nicht mehr gestreckt, das Kniegelenk ist leicht angewinkelt. Weiter sollte das von der Sattelspitze gefällte Lot (Bild 3) je nach Körpergröße vier bis acht Zentimeter hinter der Tretlagermitte liegen.

Bild1 Bild2

 

Horizontal lässt sich der Sattel – durch Lösen des Sattelklobens oder bei Patentsattelstütze durch Lösen der Sattelklemmschrauben – einstellen. Danach müssen die gelösten Verbindungen wieder festgezogen werden.

Bild3

 

2) Die Höhenverstellung des Sattels

Zum Verstellen der Sattelhöhe wird die Klemmung der Sattelstütze (Bild 4) gelöst und der Sattel wie gewünscht verstellt. Die Sattelstütze darf nur maximal bis zur Markierung herausgezogen werden. Ist keine Markierung vorhanden, muss die Sattelstütze mindestens 5-6 cm tief im Rahmen stecken. Ziehen Sie anschließend – nach der Sattelhöhenverstellung – den Schnellspannverschluss wieder zu. Falls erforderlich, können Sie die serienmäßige Sattelstütze gegen eine längere austauschen. Da es Sattelstützen in verschiedenen Stärken gibt, bitte die vorhandene als Muster mitbringen.

Bild4

 

3) Die Neigung des Sattels

Sattelhinterteil und Sattelspitze bilden im Idealfall eine Horizontale. Wer beim Radeln jedoch über Probleme am Schambein klagt, sollte die Spitze etwas senken. Umgekehrt heben Leute, die von Schmerzen im hinteren Gesäßbereich geplagt werden, die Sattelspitze etwas an.

 

4) Die Einstellung der Lenkerhöhe

• Die Lenkerhöhe wird durch Höher- oder Tiefersetzen des klassischen Vorbaus verändert (Bild 5).

Bild5

 

• Ein schwenkbarer Vorbau (Bild 6) erlaubt zusätzliche Anpassungen des Lenkers, wobei sich aber der Abstand zum Sattel ändern kann.

Bild6

 

Achtung!

Am Vorbau finden Sie einen Markierungsstrich, der anzeigt, wie weit die Lenkerstütze maximal herausgezogen werden darf. Halten Sie sich unbedingt an diese Vorgabe!

• Vorbauten des Typs Aheadset (Bild 7) lassen Sie sich bitte von uns justieren.

Bild7

 

5) Welcher Sattel passt zu wem?

Das ist eine überaus persönliche und sehr individuelle Angelegenheit. Im Wesentlichen sind es drei Kontaktpunkte, an denen sich Fahrer und Sattel nahekommen. Im hinteren Bereich finden die beiden Gesäßknochen ihren Widerpart im Sattel, im vorderen Bereich ist es der Damm- bzw. Schambeinbereich, der das restliche Körpergewicht abstützt. Wieviel davon auf die einzelnen Partien abfällt, hängt neben Körpergewicht und jeweiligem Pedaldruck vor allem von Ihrer Körperhaltung ab.

 

Allgemein lässt sich Folgendes definieren:

• Sportliche Radfahrer (Rennrad / MTB) (Bild 8) benötigen einen schmalen, länglichen Sattel mit geringer oder steif abgestimmter Polsterung, damit:

a) die Muskulatur im Sitzbereich ungestört arbeiten kann, 

b) Sie je nach Fahrsituation mal weiter vorn oder hinten im Sattel sitzen können und

c) Sie sich bei längeren Touren nicht wund reiben.

Bild8

 

• Trekking-Fahrer (Bild 9) verändern ihre Sitzhaltung kaum; sie ducken den Oberkörper weniger weit ab und belasten mehr den hinteren Sattelbereich. Daher fahren sie mit einem hinten etwas breiteren, an dieser Stelle bequemeren und nachgiebigeren Sattel leichter durch die Welt.

Bild9

 

• Stadt- und Gelegenheitsradler (Bild 10) belassen es im Allgemeinen bei kürzeren Fahrstrecken und pedalieren in der Regel auch weniger intensiv. Sie können daher einen weichen, gut gepolsterten Sattel genießen, der hinten auch entsprechend breit sein darf und somit die Druckbelastung großflächig (= frei von Druckbeschwerden) aufnimmt.

Bild10