Die richtige Bekleidung

Funktionsbekleidung nennen Hersteller moderner Sport-Textilien ihre gewebten oder gestrickten technischen Wunderwerke. Hinter diesem Begriff verbergen sich Spezialfasern, aufeinander abgestimmte Fasermischungen oder Zweischichtkonstruktionen.

 

 

Was bedeutet dies im Einzelnen?

Welche Bekleidungsfasern sind die gängigsten, und was haben sie für Eigenschaften?

Welche Fasermischungen werden schließlich sinnvollerweise in der Sportbekleidung eingesetzt?

 

1) Naturfasern

a) Baumwolle:

Eine besonders hautfreundliche Faser, die sehr schnell Schweiß von der Haut saugt, ihn aber sozusagen „ungern“ wieder abgibt. Bei Nässe quillt Baumwolle auf und behindert damit den Abtransport des Schweißes an die Luft. In sportlicher Bekleidung wird Baumwolle daher meist nur in Verbindung mit synthetischen Fasern eingesetzt. Baumwolle direkt auf der Haut getragen sollte auf alle Fälle vermieden werden.

 

b) Viskose/Modal:

Unter Einwirkung von chemischen Ingredenzien aus Holzzellstoff hergestellte Zellulosefaser. Wird aufgrund der Eigenschaften, die der Baumwolle recht ähnlich sind, den Textilien der Sportbekleidung beigemischt.

 

c) Wolle:

Tierische Faser, die den Schweiß nur träge aufsaugt, aber sehr gut gegen Kälte schützt. Auch wenn die Zeiten reiner Woll-Trikots vorbei sind, wird diese Faser – in Verbindung mit künstlichen Fasern – doch nach wie vor zum Schutz gegen Kälte genutzt.

 

2) Synthetische Fasern

a) Polyester (PES) und Polyamid (PA)

sind die bei Radbekleidung am häufigsten eingesetzten Fasern. Beide nehmen kaum Feuchtigkeit an, lassen diese aber nach außen durch. PES und PA werden in gewebter Form bei Jacken und Hosen (auch Radshorts) eingesetzt. Sie können so eng gewebt werden, dass sie fast wind- und wasserdicht sind. Zudem sind sie sehr dünn und sehr leicht und haben ohne Futter nur geringe Isolationswirkung. Somit sind sie ideal geeignet für leichte Sommerteile, aber in der kalten Jahreszeit mit wärmendem Futter erhältlich. PES und PA sind auch das Basismaterial für alle engen Radhosen. PA ist stabiler und abriebfester als PES und wird deshalb bevorzugt. PES wird dann eingesetzt, wenn ein Teil bedruckt werden soll, weil es die hohen Temperaturen in den Druckpressen besser verträgt. Durch die Wunderfaser Elasthan, bekannt auch als Lycra®, erhalten die engen Radhosen ihre Elastizität und optimale Passform. Gute Radhosen sind aus PA und haben einen Lycra®-Anteil von bis zu 20%. PES und PA in gestrickter Form werden zu Funktionsunterwäsche, Laufhemden und auch Radtrikots verarbeitet.

 

b) Polypropylen (PP)

ist die leichteste Kunstfaser und nimmt so gut wie kein Wasser auf, d.h. bleibt innerlich immer trocken, wird sogar als wasserabweisend (hydrophob) bezeichnet. Ist hervorragend für Sport-Unterwäsche geeignet, entweder alleine oder auch als Zweischicht-Konstruktion mit Baumwolle und/oder Modal. Das dabei innen liegende Polypropylen sorgt für eine trockene Schicht auf der Haut, die außen liegenden Naturfasern saugen den Schweiß von der Haut weg. PP ist die Faser mit der geringsten Neigung zur Geruchsbildung.

 

c) Teflon

ist Basismaterial z.B. für die GORE-TEX® Membran. Polyurethan ist eine Beschichtung, die bei den preisgünstigeren Jacken zum Einsatz kommt. Um die Wasserdichtheit auch bei den Nähten einer GORE-TEX® Jacke zu gewährleisten, sind diese mit einem zusätzlichen Teflonband verschweißt. Öffnet der Himmel so richtig seine Schleusen, oder zieht Väterchen Frost alle Register seines Könnens, dann muss eine Extra-Schutzschicht her. War der altbewährte „Friesen-Nerz“ schon ein wahres Bollwerk gegen Wind und Wetter – moderne Überzieher aus GORE-TEX®, Sympatex® und Co. können mehr. In die robusten Materialien sind dünne Membranen aus Teflon oder Polyurethan eingearbeitet, die erstaunliche Eigenschaften aufweisen: Zwar kann der Schweiß nach außen dringen, aber Sturm und Regenwasser bleiben außen vor. Dieser Trick ist nur per Mikroskop zu durchschauen: Der Blick auf eine solche „Einbahnstraßen-Membran“ offenbart unzählige winzige Poren, die 14 Millionen mal kleiner als ein Wassertropfen sind. Andererseits sind die Mikro-Öffnungen aber 700 mal so groß wie ein Molekül- Wasserdampf – und als solcher gelangt der Schweiß nach außen. Wunder können aber auch diese Hochleistungs-Bekleidungssysteme nicht vollbringen. Zwar saugen sie bei mäßiger körperlicher Anstrengung die Feuchtigkeit zuverlässig von der Haut weg, aber bei heftigen Schweißausbrüchen sind auch sie überfordert. Da bei intensiver Anstrengung schon mal ein guter Liter Schweiß pro Stunde fließen kann, sollte man sich, sofern „wetterfest verpackt“, keine Höchstleistungen abfordern und bestenfalls gegen Ende der Tour richtig Dampf machen.

 

Schichtenprinzip:

Ähnlich wichtig wie die einzelnen Materialien bzw. Bekleidungsteile ist deren richtige Kombination miteinander. Hier bewährt sich eindeutig das Zwiebel- oder Schichtenprinzip. Es ist besser, mehrere (bis zu 3) dünne Schichten zu tragen als eine dicke. Grundsätzlich passiert es häufiger, dass Sportler zu warm angezogen sind als zu kalt. Die Folge ist starkes Schwitzen und dann beginnt nach Abkühlung des Schweißes das Frösteln.

 

 

WICHTIG!

Herkömmliche Waschmittel machen die Vorteile Ihrer Sportbekleidung zunichte. Wichtige Funktionen gehen verloren und die Kleidung wird Ihren Anforderungen nicht mehr gerecht. Für eine lange Lebensdauer Ihrer Kleidung ist die richtige Pflege einfach unerlässlich. Wenden Sie sich bitte an unser Fachpersonal!